Gutscheine für Mitarbeiter

Der Gesetzgeber hat mit dem Jahr 2020 die Definition von Gutscheinen geändert, um die Möglichkeiten des Sachbezugs einzugrenzen. Dabei sind folgende wesentliche Dinge zu beachten:

Grundsätzlich gilt, dass alle Kostenerstattungen nicht mehr als Sachbezug anerkannt werden. Das heißt, wenn der Arbeitnehmer z. B. auf eigene Rechnung für 44 EUR tankt und der Arbeitgeber gegen Vorlage der Quittung diesen Betrag erstattet, handelt es sich nicht mehr um einen begünstigten Sachbezug sondern um Barlohn. Um dies zu verhindern, muss der Arbeitgeber den Gutschein oder die Ware kaufen, bevor der Mitarbeiter den Gutschein oder die Ware erhält.

Es werden also nur noch bestimmte zweckgebundene Gutscheine und Geldkarten als lohnsteuer- und sozialversicherungsrechtlich begünstigter Sachbezug anerkannt.

Hierzu gehören i. d. R. sogenannte

- Closed-Loop-Karten (z. B. aufladbare Geschenkkarten für den Einzelhandel), die zum Bezug von Waren oder Dienstleistungen beim Aussteller des Gutscheins berechtigen sowie sogenannte

- Controlled-Loop-Karten (z. B. Centergutschein, „City-Cards“), die nicht nur beim Aussteller sondern bei einem begrenzten Kreis von Akzeptanzstellen zum Bezug von Waren oder Dienstleistungen berechtigen.

Nicht dazu gehören sogenannte Open-Loop-Karten, wie z. B. Geldkarten. Diese können als Geldersatz im Rahmen unabhängiger Systeme des unbaren Zahlungsverkehrs eingesetzt werden.

In welche Kategorie beispielsweise AMAZON-Gutscheine einzuordnen sind, ist noch unklar. Die herrschende Meinung geht jedoch davon aus, dass diese als Open-Loop-Karten einzuordnen sind und dann nicht als Sachbezug gelten!

Der Inhalt des Artikels ist nach bestem Wissen und Kenntnisstand erstellt worden. Die Komplexität und der ständige Wandel der Rechtsmaterie machen es notwendig, Haftung und Gewähr auszuschließen. Diese Information ersetzt nicht die individuelle persönliche Beratung. Bitte setzen Sie sich gegebenenfalls mit uns zwecks Terminvereinbarung in Verbindung.

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